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Einleitung |
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Eosinophile treten in
großer Zahl an Entzündungsherden und als Antwort auf verschiedene Infektionen
mit Parasiten auf. Cytoplasmatische Granula, die positiv geladene Proteine enthalten,
charakterisieren diese Zellen. |
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Die Granulaproteine haben PH > 10 und binden
stark saure Farbstoffe, speziell den rot-orangen Farbstoff Eosin, nach welchem
die Zellen benannt wurden (Abb. 1). Eines dieser Proteine , ECP (Abb. 2), hat sich als geeignet
für das Monitoring vieler aktiver entzündlicher Erkrankungen erwiesen (1). |
Abb. 1: Die sekundären
Granula enthalten vier basische Proteine: Eosinophiles cationisches Protein
(ECP), Eosinophil-derived Neurotoxin (EDN), eosonophile Peroxidase (EPO) und
Major basic Protein (MBP). MBP bildet eine dichte kristalline Anordnung, die
im Elektronenmikroskop als dunkler Block dargestellt wird. (Reproduced from
J.Cell.Biol. 1966; 31:349 by copyright permission of the Rockefeller
University Press). |
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Abb. 2: ECP weist eine hohe primäre Sequenzhomologie
mit EDN und Ribonuklease A auf. Alle drei Proteine zeigen die gleiche dreidimensionale
Faltung, dargestellt durch das Bänderdiagramm, basierend auf den Koordinaten
der bovinen Ribonuklease A (Diagramm auf Proteinsequenzinformationen von Wlodawer
et al.)(2)). |
Eosinophile sind Bestandteile des komplexen Regelsystems
bei inflammatorischen Prozessen. Von Stammzellen des Knochenmarks abstammend,
werden die reifen Leukozyten vorwiegend in Geweben gefunden. Ungefähr 1 % der
Eosinophilenpopulation zirkuliert im Blut. Zytokine, wie IL-3, IL-5 und GMCSF
fördern die Entwicklung und Aktivierung der Eosinophilen. Chemotaktische
Faktoren,
wie Eotaxin, Leukotriene und Histamin bewirken, dass die Eosinophilen zum Ort
der Entzündung wandern. Eine Aktivierung der Eosinophilen ist bei einer Vielzahl
von Entzündungsprozessen zu beobachten, wie Bronchialasthma, atopische Dermatitis,
Rhinitis, allergischen Augenentzündungen, allergischen Mittelohrergüssen,
Parasiten-
und Bakterieninfektionen, Autoimmunerkrankungen und dem chronischen Müdigkeitssyndrom
(1). Studien haben gezeigt, dass die Höhe der zirkulierenden
ECP-Spiegel oft den Status des Entzündungsgeschehens widerspiegelt. |
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Zusammenhang zwischen ECP Spiegeln und Entzündungszustand |
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Eosinophile Granulaproteine wirken im Abwehrsystem des Körpers
gegen Parasiteninfektionen, indem sie letal wirkende Poren in der äußeren Membran
verschiedener Parasiten verursachen. ECP, welches nur von Eosinophilen gebildet
wird, wirkt toxisch auf Neuronen, einige epitheliale Zelllinien und isolierte
Myokardzellen (3). Da nur aktivierte Eosinophile den Granulainhalt freisetzen
nehmen viele Forscher an, das die zirkulierenden Spiegel dieser Proteine spezifischere
Marker für aktive Entzündungszustände darstellen, als die Eosinophilenzahl
selbst.
Obwohl die zirkulierenden ECP-Spiegel bei Patienten stark variieren, sprechen
einige Studien für die Brauchbarkeit von ECP-Messungen als
Entzündungsmarker.
Die ECP Konzentrationen im Plasma und in anderen Körperflüssigkeiten steigen
bei Entzündungsreaktionen , die durch Eosinophilenaktivierung gekennzeichnet
sind, an (4-8). |
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ECP bei Asthmatikern |
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In Industriestaaten sind etwa 5 % der Bevölkerung von Asthma
betroffen, die Inzidenz dieser Erkrankung steigt stetig an. Die durch Asthma
verursachten Kosten (Krankenhausaufenthalt, Medikamente, Verlust an
Arbeitstagen)
betragen Millionen von Dollar, in einzelnen Fällen hat die Erkrankung einen
tödlichen Ausgang. Verschiedene Mechanismen können in Kombination eine Asthmaattacke
auslösen. Spezifische IgE Antikörper, aktivierte inflammatorische Zellen, neurogene
Mechanismen, Überempfindlichkeit und individuelle Imbalance im Hormonstatus
können zur Ausbildung von Asthmaepisoden unterschiedlichen Schweregrades
führen.
Allergische Reaktionen in der Lunge laufen typischerweise in zwei Phasen ab.
In der Frühphase, die innerhalb von Minuten nach Allergenkontakt auftritt, schütten
Mastzellen Histamin, Tryptase und Leukotriene aus. Während der Spätphase, die
mehre Stunden nach Allergenkontakt abläuft, kommt es zu einer Anhäufung von
Eosinophilen in den Bronchien. Diese Eosinophilen setzen ihre Granulaproteine
frei, die eine Reizung der Bronchien bewirken. Das Ziel einer Asthmatherapie ist
es, einen relativ symptomfreien
Zustand aufrecht zu erhalten und vor allem auftretende Asthmaattacken
abzuschwächen.
Serum ECP-Spiegel können als brauchbares objektives Maß des Asthmaschweregrades
eingesetzt werden. Die Ärzte müssen sich bei der Einschätzung des Asthmaschweregrades
und bei Therapieentscheidungen oft auf subjektive, vom Patienten mitgeteilte
Symptome verlassen, wie auf tägliche, auf klinischen Symptomen beruhende Scores
und den Einsatz von inhalierten Medikamenten gegen Asthma. Dieses Vorgehen ist
infolge der unterschiedlichen individuellen Einschätzung der Symptome durch
den Untersucher und den Patienten sehr subjektiv. Speziell bei kleinen Kindern
ist ein solches symptomatisches Vorgehen sehr schwierig und die mit dem Asthma
verbundenen physiologischen Änderungen werden nur unvollkommen reflektiert. |
Patientensymptome können sich trotz Fortbestehen einer Resterkrankung
in Form einer reduzierten Lungenkapazität und einer bronchiellen Hyperreaktivität
verringern. Asymptomatische Patienten mit reduzierter Lungenfunktion können
später , verursacht durch die stark verringerte Lungenkapazität eine Kurzatmigkeit
entwickeln. Eine Reihe von Studien untersucht die klinische Wertigkeit
von ECP-Bestimmungen für die Einschätzung des Schweregrades des Asthmas und
für das Monitoring von Asthmatherapien. Verschiedene Studien berichteten über
eine hohe individuelle und Gruppenkorrelation zwischen ECP-Spiegeln und anderen
klinischen Indikatoren des Asthmas, wie Messungen des exspiratorischen Reservevolumens
(PEF), Ansprechbarkeit der Luftwege, Zahl der benötigten Inhalationszüge und
Symptomscores der Patienten (5,5). Die Anstieg der zirkulierenden
ECP-Spiegel, nachdem die
Patienten einer Exposition mit spezifischen Allergenen ausgesetzt wurden, beweist
die Rolle des ECP bei aktiven Entzündungszuständen. Serumproben von Atopikern
weisen oft höhere ECP-Spiegel auf, als Serumproben von gesunden
Kontrollgruppen,
selbst wenn die Zahl der zirkulierenden eosinophilen Granulozyten im Normalbereich
liegt (6). Erhöhte ECP-Spiegel korrelieren mit dem Einsetzen von klinischen
Symptomen. Bei Patienten mit jahreszeitlich auftretenden Asthmaanfällen reflektieren
ECP Messungen Änderungen der Krankheitsaktivität während des Jahres (4,6). Rouet et al. berichteten über signifikante Korrelationen
zwischen ECP-Spiegeln und der bronchiellen Hyperreaktivität bei Patienten mit
mildem Asthma (7). Tomassini et al.
zeigten, dass die Serumkonzentrationen
des ECP sowohl bei IgE-vermittelten, als auch bei nicht-IgE-vermittelten atopischen
Zuständen höher lagen, als bei gesunden Kontrollgruppen (6). |
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ECP bei entzündlichen Hauterkrankungen |
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Die neuronale Toxizität des ECP kann zu einem Juckreiz führen
und die zirkulierenden ECP-Spiegel können einen Hinweis auf den Schweregrad
verschiedener Hauterkrankungen geben. Patienten mit papulösen Erythemen und
Prurigo nodularis weisen erhöhte ECP-Spiegel auf, welche sich bei Abheilung
normalisieren (3,9). Verschiedene Arbeitsgruppen stellten fest, dass die
ECP-Spiegel
im Serum die Aktivität der atopischen Dermatitis (AD) widerspiegeln (8,9). Das
gewöhnlich verwendete klinische Score-System beinhaltet Lichenifikation,
Schlafverlust, Erytheme, Papula, Hautjucken und Exkoriationen. Czech et al. konnten
zeigen, dass das ECP mit jedem
dieser Symptome korreliert und meist eine hohe Korrelation zum klinischen
Gesamt-Score
aufweist (8). Obwohl das Auftreten einer atopischen Dermatitis von einer Änderung
immunologischer Parameter, wie z.B. des Gesamt-IgE verbunden ist, sind die Gesamt-IgE
Spiegel im Serum nicht so hoch mit den klinischen Symptomen korreliert, wie
die ECP-Spiegel. |
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ECP Assays |
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Um optimale Ergebnisse zu
erhalten, erfordern genaue ECP-Messungen
definierte Bedingungen bei der Probenvorbereitung. Probenahme, einschließlich
Typ der Abnahmegefäße, Zeit und Temperatur während des Gerinnungsvorganges und
der Zentrifugation, sowie Lagerbedingungen haben einen Einfluss auf die gemessenen
ECP-Konzentrationen. Die Eosinophilen degranulieren und setzen in vitro ECP
mittels eines noch unbekannten, Temperatur-abhängigen Mechanismus frei. Eine
Blutgerinnung bei 37 °C führt zu höheren ECP-Spiegeln, als eine Blutgerinnung
bei 22 °C (10). EDTA scheint in vitro die Degranulation der Eosinophilen zu
inhibieren und bewirkt eine deutliche Erniedrigung der ECP-Spiegel im Serum. |
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Schlussfolgerung |
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Die Bestimmung des ECP hat sich in zahlreichen Studien als
sehr hilfreich beim Monitoring zahlreicher aktiver entzündlicher Erkrankungen
erwiesen. Besondere Bedeutung besitzt die ECP Bestimmung bei der Einschätzung
des Schweregrades des Asthmas, beim Therapiemonitoring und bei der Einschätzung
des Schweregrades verschiedener entzündlicher Hauterkrankungen. Die Messung
des Serum ECP besitzt viele Vorteile im Vergleich zu subjektiven klinischen
Scores, welche bedingt durch die große Variabilität der Einschätzung der klinischen
Symptome durch den Intersucher und den Patienten, zu Fehleinschätzungen führen
können. |
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Eine Liste der Literaturstellen dieses Artikels finden Sie als online Dokument
in der DPC web site: www.dpcweb.com unter
Technical Documents. |
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Eosinophiles Kathionisches Protein - ECP
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geändert: 20.07.2004
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