DPC Biermann
Home Suchen Site Map Kontakt
 
  DPC FactsServiceProdukteAktuellesWorldwide IMMULITE Logo

Die Rolle des ECP beim Monitoring von
Entzündungszuständen
 


Übersetzt und bearbeitet aus Kelly, J., Ph.D., Allergy Product Manager Allergy, Diagnostic Products Corporation, Los Angeles, USA: Role of ECP in Monitoring Inflammatory Conditions. DPC Technical Report ZB 181-B, Los Angeles, 1999

  Einleitung

  Eosinophile treten in großer Zahl an Entzündungsherden und als Antwort auf verschiedene Infektionen mit Parasiten auf. Cytoplasmatische Granula, die positiv geladene Proteine enthalten, charakterisieren diese Zellen. 

 

Die Granulaproteine haben PH > 10 und binden stark saure Farbstoffe, speziell den rot-orangen Farbstoff Eosin, nach welchem die Zellen benannt wurden (Abb. 1).

Vier hochbasische Proteine- Eosinophiles cationisches Protein (ECP), Eosinophil-derived Neurotoxin (EDN), eosonophile Peroxidase (EPO) und major basic Protein (MBP)- treten in umgebende Gewebe ein, wenn aktivierte Eosinophile degranulieren. Die Granulaproteine können verschiedene Parasiten und Säugerzellen abtöten, und mit Asthma und anderen entzündlichen Erkrankungen in Zusammenhang stehende Gewebeschäden verursachen.

Eines dieser Proteine , ECP (Abb. 2), hat sich als geeignet für das Monitoring vieler aktiver entzündlicher Erkrankungen erwiesen (1).

Abb. 1: Sekundäre Granula

Abb. 1: Die sekundären Granula enthalten vier basische Proteine: Eosinophiles cationisches Protein (ECP), Eosinophil-derived Neurotoxin (EDN), eosonophile Peroxidase (EPO) und Major basic Protein (MBP). MBP bildet eine dichte kristalline Anordnung, die im Elektronenmikroskop als dunkler Block dargestellt wird. (Reproduced from J.Cell.Biol. 1966; 31:349 by copyright permission of the Rockefeller University Press).

 

Abb. 2: Struktur ECP

Abb. 2: ECP weist eine hohe primäre Sequenzhomologie mit EDN und Ribonuklease A auf. Alle drei Proteine zeigen die gleiche dreidimensionale Faltung, dargestellt durch das Bänderdiagramm, basierend auf den Koordinaten der bovinen Ribonuklease A (Diagramm auf Proteinsequenzinformationen von Wlodawer et al.)(2)).

Eosinophile sind Bestandteile des komplexen Regelsystems bei inflammatorischen Prozessen. Von Stammzellen des Knochenmarks abstammend, werden die reifen Leukozyten vorwiegend in Geweben gefunden. Ungefähr 1 % der Eosinophilenpopulation zirkuliert im Blut. Zytokine, wie IL-3, IL-5 und GMCSF fördern die Entwicklung und Aktivierung der Eosinophilen. Chemotaktische Faktoren, wie Eotaxin, Leukotriene und Histamin bewirken, dass die Eosinophilen zum Ort der Entzündung wandern. Eine Aktivierung der Eosinophilen ist bei einer Vielzahl von Entzündungsprozessen zu beobachten, wie Bronchialasthma, atopische Dermatitis, Rhinitis, allergischen Augenentzündungen, allergischen Mittelohrergüssen, Parasiten- und Bakterieninfektionen, Autoimmunerkrankungen und dem chronischen Müdigkeitssyndrom (1).

Studien haben gezeigt, dass die Höhe der zirkulierenden ECP-Spiegel oft den Status des Entzündungsgeschehens widerspiegelt.


Zurück zum Anfang

  Zusammenhang zwischen ECP Spiegeln und Entzündungszustand

  Eosinophile Granulaproteine wirken im Abwehrsystem des Körpers gegen Parasiteninfektionen, indem sie letal wirkende Poren in der äußeren Membran verschiedener Parasiten verursachen. ECP, welches nur von Eosinophilen gebildet wird, wirkt toxisch auf Neuronen, einige epitheliale Zelllinien und isolierte Myokardzellen (3). Da nur aktivierte Eosinophile den Granulainhalt freisetzen nehmen viele Forscher an, das die zirkulierenden Spiegel dieser Proteine spezifischere Marker für aktive Entzündungszustände darstellen, als die Eosinophilenzahl selbst. Obwohl die zirkulierenden ECP-Spiegel bei Patienten stark variieren, sprechen einige Studien für die Brauchbarkeit von ECP-Messungen als Entzündungsmarker. Die ECP Konzentrationen im Plasma und in anderen Körperflüssigkeiten steigen bei Entzündungsreaktionen , die durch Eosinophilenaktivierung gekennzeichnet sind, an (4-8).


  ECP bei Asthmatikern

 

In Industriestaaten sind etwa 5 % der Bevölkerung von Asthma betroffen, die Inzidenz dieser Erkrankung steigt stetig an. Die durch Asthma verursachten Kosten (Krankenhausaufenthalt, Medikamente, Verlust an Arbeitstagen) betragen Millionen von Dollar, in einzelnen Fällen hat die Erkrankung einen tödlichen Ausgang. Verschiedene Mechanismen können in Kombination eine Asthmaattacke auslösen. Spezifische IgE Antikörper, aktivierte inflammatorische Zellen, neurogene Mechanismen, Überempfindlichkeit und individuelle Imbalance im Hormonstatus können zur Ausbildung von Asthmaepisoden unterschiedlichen Schweregrades führen. Allergische Reaktionen in der Lunge laufen typischerweise in zwei Phasen ab. In der Frühphase, die innerhalb von Minuten nach Allergenkontakt auftritt, schütten Mastzellen Histamin, Tryptase und Leukotriene aus. Während der Spätphase, die mehre Stunden nach Allergenkontakt abläuft, kommt es zu einer Anhäufung von Eosinophilen in den Bronchien. Diese Eosinophilen setzen ihre Granulaproteine frei, die eine Reizung der Bronchien bewirken.

Das Ziel einer Asthmatherapie ist es, einen relativ symptomfreien Zustand aufrecht zu erhalten und vor allem auftretende Asthmaattacken abzuschwächen. Serum ECP-Spiegel können als brauchbares objektives Maß des Asthmaschweregrades eingesetzt werden. Die Ärzte müssen sich bei der Einschätzung des Asthmaschweregrades und bei Therapieentscheidungen oft auf subjektive, vom Patienten mitgeteilte Symptome verlassen, wie auf tägliche, auf klinischen Symptomen beruhende Scores und den Einsatz von inhalierten Medikamenten gegen Asthma. Dieses Vorgehen ist infolge der unterschiedlichen individuellen Einschätzung der Symptome durch den Untersucher und den Patienten sehr subjektiv. Speziell bei kleinen Kindern ist ein solches symptomatisches Vorgehen sehr schwierig und die mit dem Asthma verbundenen physiologischen Änderungen werden nur unvollkommen reflektiert.

Patientensymptome können sich trotz Fortbestehen einer Resterkrankung in Form einer reduzierten Lungenkapazität und einer bronchiellen Hyperreaktivität verringern. Asymptomatische Patienten mit reduzierter Lungenfunktion können später , verursacht durch die stark verringerte Lungenkapazität eine Kurzatmigkeit entwickeln.

Eine Reihe von Studien untersucht die klinische Wertigkeit von ECP-Bestimmungen für die Einschätzung des Schweregrades des Asthmas und für das Monitoring von Asthmatherapien. Verschiedene Studien berichteten über eine hohe individuelle und Gruppenkorrelation zwischen ECP-Spiegeln und anderen klinischen Indikatoren des Asthmas, wie Messungen des exspiratorischen Reservevolumens (PEF), Ansprechbarkeit der Luftwege, Zahl der benötigten Inhalationszüge und Symptomscores der Patienten (5,5).

Die Anstieg der zirkulierenden ECP-Spiegel, nachdem die Patienten einer Exposition mit spezifischen Allergenen ausgesetzt wurden, beweist die Rolle des ECP bei aktiven Entzündungszuständen. Serumproben von Atopikern weisen oft höhere ECP-Spiegel auf, als Serumproben von gesunden Kontrollgruppen, selbst wenn die Zahl der zirkulierenden eosinophilen Granulozyten im Normalbereich liegt (6). Erhöhte ECP-Spiegel korrelieren mit dem Einsetzen von klinischen Symptomen. Bei Patienten mit jahreszeitlich auftretenden Asthmaanfällen reflektieren ECP Messungen Änderungen der Krankheitsaktivität während des Jahres (4,6).

Rouet et al. berichteten über signifikante Korrelationen zwischen ECP-Spiegeln und der bronchiellen Hyperreaktivität bei Patienten mit mildem Asthma (7).

Tomassini et al. zeigten, dass die Serumkonzentrationen des ECP sowohl bei IgE-vermittelten, als auch bei nicht-IgE-vermittelten atopischen Zuständen höher lagen, als bei gesunden Kontrollgruppen (6).


Zurück zum Anfang

  ECP bei entzündlichen Hauterkrankungen

 

Die neuronale Toxizität des ECP kann zu einem Juckreiz führen und die zirkulierenden ECP-Spiegel können einen Hinweis auf den Schweregrad verschiedener Hauterkrankungen geben. Patienten mit papulösen Erythemen und Prurigo nodularis weisen erhöhte ECP-Spiegel auf, welche sich bei Abheilung normalisieren (3,9). Verschiedene Arbeitsgruppen stellten fest, dass die ECP-Spiegel im Serum die Aktivität der atopischen Dermatitis (AD) widerspiegeln (8,9). Das gewöhnlich verwendete klinische Score-System beinhaltet Lichenifikation, Schlafverlust, Erytheme, Papula, Hautjucken und Exkoriationen.

Czech et al. konnten zeigen, dass das ECP mit jedem dieser Symptome korreliert und meist eine hohe Korrelation zum klinischen Gesamt-Score aufweist (8). Obwohl das Auftreten einer atopischen Dermatitis von einer Änderung immunologischer Parameter, wie z.B. des Gesamt-IgE verbunden ist, sind die Gesamt-IgE Spiegel im Serum nicht so hoch mit den klinischen Symptomen korreliert, wie die ECP-Spiegel.


  ECP Assays

  Um optimale Ergebnisse zu erhalten, erfordern genaue ECP-Messungen definierte Bedingungen bei der Probenvorbereitung. Probenahme, einschließlich Typ der Abnahmegefäße, Zeit und Temperatur während des Gerinnungsvorganges und der Zentrifugation, sowie Lagerbedingungen haben einen Einfluss auf die gemessenen ECP-Konzentrationen. Die Eosinophilen degranulieren und setzen in vitro ECP mittels eines noch unbekannten, Temperatur-abhängigen Mechanismus frei. Eine Blutgerinnung bei 37 °C führt zu höheren ECP-Spiegeln, als eine Blutgerinnung bei 22 °C (10). EDTA scheint in vitro die Degranulation der Eosinophilen zu inhibieren und bewirkt eine deutliche Erniedrigung der ECP-Spiegel im Serum.


  Schlussfolgerung

  Die Bestimmung des ECP hat sich in zahlreichen Studien als sehr hilfreich beim Monitoring zahlreicher aktiver entzündlicher Erkrankungen erwiesen. Besondere Bedeutung besitzt die ECP Bestimmung bei der Einschätzung des Schweregrades des Asthmas, beim Therapiemonitoring und bei der Einschätzung des Schweregrades verschiedener entzündlicher Hauterkrankungen. Die Messung des Serum ECP besitzt viele Vorteile im Vergleich zu subjektiven klinischen Scores, welche bedingt durch die große Variabilität der Einschätzung der klinischen Symptome durch den Intersucher und den Patienten, zu Fehleinschätzungen führen können.


Zurück zum Anfang

  Eine Liste der Literaturstellen dieses Artikels finden Sie als online Dokument in der DPC web site: www.dpcweb.com  unter Technical Documents.

 


 

Eosinophiles Kathionisches Protein - ECP

vollautomatische Testbearbeitung

 

vollständiges Allergieprogramm: Total IgE, FP5 E, AlaTOP, Latex

Patientenorientiert

 

verschiedene Allergenpanels, Zytokine

Ergebnis schon nach 40 Minuten

 

2-Punktkalibration für 14 Tage stabil

kosteneffiziente Einzelmessung jederzeit möglich

 

bewährte, ausgereifte Chemilumineszenz-Testmethodik

 

  Choose to be different ! Ergebnis ECP IMMULITE

 

Zurück zum Anfang

DPC Facts | Service | Produkte | Aktuelles

IMMULITE 2000 | IMMULITE | IMMULITE TURBO | RIA, ELISA, WB ... | Allergie | Akademie


Haben Sie Anregungen, Informationen oder Fragen zu unseren Internet-Seiten, 
wenden Sie sich bitte an

Alle Daten sind bei Erscheinen gültig. Irrtümer und Änderungen vorbehalten!
Alle Rechte vorbehalten - © 2000-2007 DPC-Biermann GmbH

zuletzt geändert: 20.07.2004